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Blasenschwäche – Formen, Ursachen, Risikofaktoren



| Hatschi! |
Durch ihre kürzere Harnröhre sind Frauen sehr viel häufiger von Inkontinenz – vor allem von Belastungsinkontinenz – betroffen als Männer. Bei einer Erkältung leiden die Betroffenen verstärkt unter ungewolltem Harnverlust.


| Mischformen |
Belastungs- und Dranginkontinenz können gerade bei älteren Menschen gleichzeitig auftreten. Häufig verstärken sich dadurch die Symptome der Blasenschwäche. Im Idealfall zielt die Therapie auf beide Inkontinenzformen ab, auf jeden Fall aber sollte die überaktive Blase medikamentös behandelt werden, um die lästigen Symptome zu reduzieren.

Durch anatomische und hormonelle Unterschiede sind Frauen schon in jungen Jahren drei Mal häufiger von Blasenschwäche betroffen als Männer. Allerdings gibt es auch Formen der Harninkontinenz, die überwiegend bei Männern auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, an einem der hier vorgestellten Typen zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.

Belastungsinkontinenz

Bei körperlicher Belastung wie zum Beispiel Husten, Niesen, Lachen, Heben von schweren Lasten oder Treppensteigen kommt es bei dieser Form der Blasenschwäche zu ungewolltem Harnverlust, ohne dass die Betroffenen zuvor einen Harndrang verspüren. Ursache ist in den meisten Fällen eine Schwäche des Blasenschließmuskels, der bei körperlicher Anstrengung dem Druck im Bauchraum nicht mehr standhalten kann und nachgibt.

Geburten und Wechseljahre

Unter Belastungsinkontinenz leiden vor allem Frauen, da durch Geburten und hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren häufig auch die unterstützende Beckenbodenmuskulatur und das Bindegewebe geschwächt sind. Ohne ausreichendes Halte- und Stützsystem sacken jedoch die inneren Organe ab und drücken zusätzlich auf Harnblase und Harnröhre.


| Die Behandlung |
Dranginkontinenz lässt sich in der Regel gut und erfolgreich mit Medikamenten behandeln.

Dranginkontinenz

Bei dieser am weitesten verbreiteten Form der Blasenschwäche verspüren die Betroffenen häufiger als normal einen so starken und plötzlichen Harndrang, dass sie es nicht mehr bis zur Toilette schaffen.

Sensorische und motorische Dranginkontinenz

Der Verschlussapparat der Harnblase ist zwar intakt, dafür funktioniert der Informationsaustausch zwischen Gehirn und Blasenmuskel nicht richtig. Bei der sensorischen Dranginkontinenz („überempfindliche Blase“) wird fälschlicherweise eine übervolle Blase vorgetäuscht, so dass das Gehirn den Befehl zur Blasenentleerung gibt. Die motorische Dranginkontinenz („überaktive Blase“) ist durch unwillkürliche Kontraktionen des Blasenmuskels gekennzeichnet, da die Nervenimpulse zu schwach sind, um ein Zusammenziehen der Blase zu verhindern. Ursachen für eine überempfindliche Blase können Blasensteine, Harnwegsentzündungen, Tumore, bei Männern eine Vergrößerung der Prostata und bei Frauen Östrogenmangel sein. Für die motorische Dranginkontinenz können Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose oder auch ein Schlaganfall verantwortlich sein.

Überlaufinkontinenz


| Reden Sie darüber!|
Sprechen Sie mit Ihrer Familie und guten Freunden über Ihre Blasenschwäche. Das erleichtert den Umgang mit den unangenehmen Begleiterscheinungen im Alltag.
Trotz voller Blase wird beim Wasserlassen nur wenig Urin abgegeben, so dass große Restharnmengen zurückbleiben. Das führt zu einem unkontrollierten Überlaufen der Blase, wobei auch der unfreiwillige Urinverlust nur tropfenweise erfolgt. Diese Form der Inkontinenz, die hauptsächlich bei Männern auftritt, wird meist durch eine blockierte Harnröhre in Kombination mit einer schwachen Blasenmuskulatur verursacht.

Gutartige Prostatavergrößerung

Solche Abflussbehinderungen entstehen durch Harnsteine, Tumore oder – in den meisten Fällen – durch eine gutartige Prostatavergrößerung. Die Prostata liegt unter der Harnblase des Mannes und umschließt die Harnröhre beim Austritt aus der Blase. Ist die Prostata vergrößert, drückt sie die Harnröhre ab. Der Blasenmuskel hat nicht mehr genügend Kraft, um die Blase zu entleeren, die sich immer weiter füllt und erst bei hohem Druck Urin abgibt. Vor allem bei Frauen können auch Stoffwechselstörungen oder eine Funktionsstörung des Blasenmuskels durch Medikamente eine Überlaufinkontinenz hervorrufen.

Reflexinkontinenz

Ist das Zusammenspiel des harnaustreibenden Muskels und des Blasenschließmuskels gestört, spricht man von einer Reflexinkontinenz. Hier kommt es zu einem unfreiwilligen Harnverlust ohne jeglichen Harndrang. Nicht kontrollierbare Nervenreflexe führen zur plötzlichen Entleerung der Blase. Dieser Vorgang ist nicht mehr bewusst steuerbar, da die Nervenbahnen zwischen Gehirn und Blase unterbrochen sind. Ursachen können eine Querschnittslähmung, Verletzungen oder Tumore im Rückenmark, ein schwerer Bandscheibenvorfall oder Krankheiten wie Parkinson und Multiple Sklerose sein.

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