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Blasenschwäche und Diabetes


Die typischen Beschwerden einer Harninkontinenz können auch durch Diabetes mellitus verursacht werden. Mehrere Studien belegen, dass jeder zweite Diabetiker über eine gestörte Blasenfunktion klagt. Die diabetische Zystopathie (griech.: kystis = Blase, pathos = Leiden) kann im fortgeschrittenen Stadium zu einer schweren Harninkontinenz führen.

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten führt. Neben den unmittelbaren Komplikationen, ausgelöst durch Überund Unterzuckerung, kann ein anhaltend hoher Blutzuckerspiegel ernsthafte Folgeerkrankungen verursachen. Durch die Schädigung der Blutgefäße verkalken die Arterien und der Körper wird schlechter durchblutet. Als Folge treten vor allem Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren, Nerven, Augen und Füße auf. Der beste Schutz ist ein normaler Blutzuckerspiegel. Diabetiker sollten sich deshalb ausgewogen ernähren, viel Sport treiben, ihre Blutzuckerwerte kontrollieren, sich regelmäßig untersuchen lassen sowie den sonstigen Therapieanweisungen ihres Arztes folgen.

Formen der Blasenschwäche bei Diabetes

Auch wenn nicht eindeutig geklärt ist, wie Diabetes den Harntrakt in seiner Funktion beeinträchtigt, so steht doch fest, dass ein dauerhaft erhöhter Blutzucker die Nerven schädigt, die die Blasenentleerung steuern.

Überaktive Blase:

Bei vielen Patienten äußert sich das in Form einer überaktiven Blase. Wenn der Diabetes die Nervenverbindungen zum Gehirn stört, mit denen die Blase kontrolliert wird, arbeitet die Blase autonom - sie entleert sich verfrüht bei geringer Füllung und meldet sich mit überstarkem Harndrang.

Überlaufinkontinenz:

Es gibt auch Diabetiker, die unter einer Überlaufinkontinenz leiden. Die Blase ist prallvoll, kann sich aber nicht mehr aktiv entleeren. Obwohl die Betroffenen vielfach keinen Harndrang verspüren, verlieren sie permanent kleine Mengen Urin.


| Prävention |
Ein normaler Blutzuckerspiegel schützt am besten vor den zahlreichen Folgeerkrankungen, die durch Diabetes hervorgerufen werden können – auch vor Harninkontinenz.

Zusätzliche Risikofaktoren

Die Krankheitsdauer spielt dabei eine wesentliche Rolle: Diabetiker, bei denen vor mehr als zehn Jahren ein erhöhter Blutzuckerspiegel festgestellt wurde, erkranken doppelt so oft an einer Blasenschwäche wie stoffwechselgesunde Menschen. Dabei sind Frauen dreimal häufiger betroffen als Männer. Als zusätzlicher Risikofaktor kommt bei ihnen der Östrogenmangel in den Wechseljahren hinzu. Dadurch verliert das Gewebe von Frauen an Elastizität und verstärkt das Wachstum von Keimen, so dass vor allem ältere Frauen verstärkt zu Harnwegsinfektionen neigen.

Therapie

Auch wenn die diabetische Zystopathie selbst in der Regel nicht heilbar ist, können jedoch ihre Symptome gelindert werden. Eine Behandlung sollte möglichst frühzeitig beginnen, um Folgeschäden zu reduzieren und die Lebensqualität zu erhöhen. Das A und O ist sicherlich eine konsequente Diabetestherapie.

Ein normaler Blutzuckerspiegel schützt am besten vor den zahlreichen Folgeerkrankungen, die durch Diabetes hervorgerufen werden können – das gilt auch für Harninkontinenz.

Parallel dazu empfiehlt sich die medikamentöse Behandlung der Blasenschwäche. Die Medikamente sorgen für eine Entspannung der Blasenmuskulatur, die dadurch wieder mehr Urin speichern kann. Dabei kommen vor allem sogenannte Anticholinergika zum Einsatz, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. Bei den meisten Wirkstoffen sind jedoch zentralnervöse Nebenwirkungen wie Schwindel, Verwirrtheit, Angstzustände und sogar Halluzinationen zu erwarten.

Weitere Informationen unter     Behandlungsmethoden.

Prävention

Diabetikern sei geraten, nicht nur ihren Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren, sondern auch ihre Blasenfunktion genau zu beobachten. Bei den ersten Anzeichen einer Harnwegsinfektion oder Auffälligkeiten beim Wasserlassen (häufiges Wasserlassen, vermehrtes nächtliches Wasserlassen, Gefühl der unvollständigen oder erschwerten Blasenentleerung) sollte ein Diabetiker einen Arzt aufsuchen, um eine schwere Form der Inkontinenz zu vermeiden.

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