Presse    Kontakt    Mitgliedschaft    Impressum    Datenschutz    Sonntag, 22.10.2017   




















Diagnoseverfahren


| Scham und Angst | Wenn die Blasenschwäche Ihr Leben beherrscht, ist es höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Lassen Sie sich helfen! Dann können Sie Ihr Leben auch wieder genießen.

Die Angst vor dem nächsten ungewollten Harnverlust und der drohenden Geruchsbelästigung, unangenehme Hautreizungen und die negativen sozialen Folgen einer Blasenschwäche kennen alle Betroffenen. Da die Ursachen jedoch sehr unterschiedlich sein können, sollte Ihr Hausarzt, ein Urologe oder der Frauenarzt der erste Ansprechpartner für Ihr Problem sein. Häufig stellt er die Diagnose allein durch ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Sind weitere Untersuchungen notwendig, wird er Sie an einen Spezialisten überweisen.

Gut vorbereitet in die Sprechstunde

Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vor. Nur wenn Sie seine Fragen offen beantworten, Ihre Beschwerden genau schildern und im Idealfall bereits ein Miktionstagebuch (siehe Kasten unten) führen, erhalten Sie die optimale medizinische Hilfe. In der Regel wird Ihr Arzt wissen wollen, seit wann die Blasenschwäche besteht, wie oft und in welchen Situationen Sie unkontrolliert Urin verlieren, ob Sie beim Wasserlassen Schmerzen empfinden, wie häufig Sie tagsüber und nachts die Toilette aufsuchen müssen, ob der Harnstrahl kräftig oder schwach ist, welche Vorerkrankungen bestehen und welche Medikamente Sie einnehmen.

Ergänzend zum Gespräch wird Ihr Arzt eine körperliche Basisuntersuchung vornehmen. Dabei tastet er den gesamten Harntrakt ab und erhält dadurch Hinweise auf krankhafte Veränderungen der Harnorgane. Beim Mann wird darüber hinaus die Prostata abgetastet, Frauen werden zur Beurteilung der Beckenbodenmuskulatur und der Lage der Blase gynäkologisch untersucht. Besteht der Verdacht auf eine Harnwegsinfektion oder Blasenentzündung, prüft das Labor, ob sich Bakterien im Urin nachweisen lassen.

Eine weitere wichtige Untersuchung ist die Sonographie. Mit einem Ultraschallgerät verschafft sich Ihr Arzt einen Überblick über Lage, Form und Beschaffenheit von Blase, Nieren, Harnleitern und Prostata. Gleichzeitig kann er mit dieser Methode feststellen, wie viel Harn nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt – Mediziner sprechen von einer Restharnbestimmung. Auf diese Weise können verschiedene Formen der Inkontinenz unterschieden werden, die zwar dieselben Symptome aufweisen, aber eine andere Behandlung erfordern.


| Ausführliche Anamnese |
Häufiger Harndrang, auch nachts, Startschwierigkeiten beim Wasserlassen und eine unvollständige Blasenentleerung deuten auf eine gutartige Vergrößerung der Prostata hin. Auf Basis dieser Gesprächsdiagnose wird Ihr Arzt weitere Untersuchungen durchführen.

Überweisung zum Urologen

Sollten die bisherigen Untersuchungsergebnisse nicht ausreichen, um eine fundierte Diagnose zu stellen, schließen sich weitere Tests an. Die urodynamische Untersuchung vermittelt einen Eindruck über den gesamten Ablauf der Blasentätigkeit. Gemessen werden der Harnfluss, der Blasendruck und der Druck in der Harnröhre.

Keine Sorge, die Untersuchungen sind in der Regel völlig schmerzlos. Sollte ein Blasenkatheter gelegt werden müssen, erhalten Sie eine lokale Betäubung.

Vorbereitung auf den Arztbesuch

Ihr Arzt wird Ihnen folgende Fragen stellen. Es ist hilfreich, wenn Sie sich vorab Notizen dazu machen.

  • Seit wann leiden Sie unter Blasenschwäche?
  • Wie häufig müssen Sie zur Toilette?
  • Wie oft verlieren Sie Urin, ohne es zu wollen, und wie viel? In welchen Situationen geschieht das?
  • Spüren Sie oft einen starken Harndrang?
  • Müssen Sie diesem sofort nachgeben? Oder können Sie den Gang zur Toilette einige Zeit hinauszögern?
  • Haben Sie Schmerzen beim Wasserlassen?
  • Ist der Harnstrahl kräftig oder abgeschwächt, oder geht der Harn sogar nur tröpfelnd ab?
  • Haben Sie das Gefühl, Ihre Blase vollständig entleeren zu können?
  • Wie lange dauert es, bis die Blase entleert ist?
  • Verwenden Sie Inkontinenzhilfsmittel?
  • Liegen andere Erkrankungen vor?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein?

Frage für Männer:

  • Wie oft müssen Sie beim Wasserlassen aufhören und wieder neu beginnen?

Fragen für Frauen:

  • Haben Sie Kinder geboren und wenn ja, wie viele?
  • Haben Sie früher häufig unter Blasenentzündungen gelitten?
Trink- und Toilettenprotokoll

Zur Vorbereitung auf den Arztbesuch kann ein Trink- und Toilettenprotokoll gute Dienste leisten. Hier können Sie eine Vorlage für ein solches Protokoll zum Ausdrucken herunterladen.

Zur Erläuterung

  • Die Trinkmenge lässt sich leicht berechnen: Ein Glas oder eine Tasse entspricht etwa 150 ml.
  • Die Stärke des Harndrangs, die abgegebene Urinmenge und die Menge an ungewollt abgegebenem Urin vermerken Sie bitte anhand der Anzahl an Kreuzen:
    • normaler, beherrschbarer Harndrang: xx; starker oder unkontrollierbarer Harndrang: xxx
    • ein paar Tropfen Urin: x; mittlere Menge: xx; große Menge: xxx
  • Falls Ihnen etwas aufgefallen ist, vermerken Sie es bitte auf der Rückseite des Protokolls: Haben Sie während der Woche Medikamente eingenommen? Standen Sie unter besonderer körperlicher Belastung? Hatten Sie Husten?
   nach oben