Das Thema Blasenschwäche taktvoll ansprechen

Bonn, 12.02.20 Wenn ein älteres Familienmitglied ohne ersichtlichen Grund immer häufiger Spaziergänge oder Theaterbesuche absagt, könnte das an einer Blasenschwäche liegen. Dagegen lässt sich eine ganze Menge tun. Doch zunächst sollte eine vertraute Person das heikle Thema möglichst taktvoll ansprechen.

Blasenschwäche ist keine Seniorenerscheinung, doch das Risiko steigt mit dem Älterwerden. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie schätzt den Anteil der betroffenen über 70-Jährigen auf rund 40 Prozent. Dennoch wird über das Thema innerhalb der Familie meistens nicht gesprochen – oder erst dann, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird. Dabei gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die die Symptome der Blasenschwäche deutlich lindern können. Je früher sie beginnen, desto länger können die Betroffenen ein aktives Leben führen.

Erste Anzeichen

Wer erste Anzeichen einer Blasenschwäche bemerkt, entwickelt oftmals Strategien, damit das Problem unbemerkt bleibt. Viele Betroffene trinken weniger, behelfen sich mit Slipeinlagen und nehmen nur noch an Aktivitäten teil, bei denen sie problemlos eine Toilette aufsuchen können. Wenn sich ein älterer Mensch mehr und mehr zurückzieht und es vermeidet, das Haus für längere Zeit zu verlassen, sollten die Angehörigen hellhörig werden.

Besser mit dem Arzt reden

Mit den eigenen Kindern über eine Blasenschwäche zu reden, fällt vielen älteren Menschen nicht leicht. „Eine gute Möglichkeit, das Thema diskret auf den Tisch zu bringen, ist ein Besuch beim Hausarzt, zum Beispiel im Rahmen eines allgemeinen Gesundheitschecks", erklärt Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga in Bonn. Leider sprechen auch Ärzte das Thema nicht immer von sich aus an, daher sollte der begleitende Angehörige vor dem Termin darauf aufmerksam machen. In der Regel sind die Patienten dankbar, wenn sie endlich über ihre Beschwerden reden können und sich Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.

Tipps und Informationen zum Nachlesen

Welche Formen der Blasenschwäche gibt es? Wie kann man diese behandeln? Gibt es auch nicht-medikamentöse Maßnahmen, die wirken? Was können Betroffene selbst tun, um die Symptome zu lindern? Diese und weitere Fragen beantwortet die Broschüre „Mit der Blasenschwäche leben". Der Ratgeber richtet sich an Betroffene sowie Angehörige und kann kostenfrei bei der Deutschen Seniorenliga angefordert werden. Umfangreiche Informationen bietet auch die Website www.dsl-blasenschwaeche.de. Dort steht der Ratgeber auch zum Download zur Verfügung. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga e.V. (DSL), Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn.