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Auf die Beratung kommt es an

Inkontinenzprodukte für Erwachsene

Bonn, 10.02.22 Über Blasenschwäche spricht niemand gern, über Inkontinenzprodukte erst recht nicht. Dabei sind sie der nächste logische Schritt, wenn behandelnde Maßnahmen allein nicht mehr greifen und Betroffene aus Angst vor einer feuchten Hose kaum noch das Haus verlassen. Inkontinenzprodukte gehören zu den Leistungen der Krankenkasse. Welche Art, Form und Größe die richtige ist, klärt man am besten mit Unterstützung einer Inkontinenzfachkraft. Tipps dazu hat die Deutsche Seniorenliga zusammengestellt.

Hilfsmittelrezept: Auf vollständige Angaben achten

Der Arzt ist bei Blasenproblemen die erste Anlaufstelle. Wenn Behandlungsmaßnahmen nicht mehr ausreichend wirksam sind, stellt er ein so genanntes Hilfsmittelrezept aus. Darauf dürfen bestimmte Angaben nicht fehlen, etwa zur Diagnose und zur Verordnungsdauer. Außerdem sollte der Arzt eine kurze Begründung schreiben, etwa „Zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben“. Ein konkretes Produkt oder einen bestimmten Anbieter gibt der Arzt nicht vor.

Auf Fachberatung setzen

Hygieneprodukte aus der Drogerie oder aus dem Supermarkt können funktionieren, erfüllen aber oftmals nicht alle Anforderungen an Passform und Saugstärke. Eine ausführliche Beratung durch eine Inkontinenzfachkraft ist daher die Voraussetzung für eine Inkontinenzversorgung, die in jeder Situation bestmöglich schützt. Geschultes Beratungspersonal gibt es bei Fachhändlern oder speziellen Dienstleistern. Die Krankenkassen, die Versorgungsverträge mit verschiedenen Leistungserbringern haben, helfen mit den Kontaktdaten weiter.  

Gut vorbereitet zum passenden Produkt

Die Beratungsgespräche bei einem auf Inkontinenz-Versorgungen spezialisierten Fachhändler finden telefonisch statt. Dabei werden konkrete Fragen geklärt, zum Beispiel wie oft und in welchen Situationen die betroffene Person Urin verliert. Hinzu kommen beispielsweise Angaben zur Flüssigkeitsaufnahme, zur Körpergröße und Gewicht sowie zu weiteren Diagnosen. Am besten macht man sich vor dem Gespräch entsprechende Notizen. Je genauer die Informationen, desto gezielter kann die Inkontinenzfachkraft passende Produktvorschläge zusammenstellen.

Erst ausprobieren, dann bestellen

Was in der Theorie stimmig ist, muss in der Praxis nicht unbedingt passen. Daher verschicken die Fachberater zunächst Musterpakete. Ausprobieren ist wichtig, denn jeder sollte sich mit dem gewählten Produkt wohlfühlen. Die Bestellung erfolgt dann am besten telefonisch, das Hilfsmittelrezept erhält der Leistungserbringer, der die Kosten direkt mit der Krankenkasse abrechnet. Gesetzliche Zuzahlungen oder eventuelle Aufzahlungen stellt er dem Kunden in Rechnung.

Weitere Tipps und Informationen enthält die neue Broschüre „Aktiv und entspannt bei Blasenschwäche“. Sie ist kostenfrei bei der Deutschen Seniorenliga erhältlich oder kann im Internet heruntergeladen werden: Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dsl-blasenschwaeche.de.